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Pharao Echnaton (um 1350 v. Chr.) Hymne an Aton, die Sonne
Du steigest strahlend auf am Rande des Himmels,
Aton, der du lebst seit Anbeginn,
Du wanderst auf und erfüllst
Mit deiner Schönheit rings die Welt. Hoch glänzt du über
alles Land,
Dein Strahl umfängt, was du geschaffen hast.
Du bist fern, doch deine Strahlen befruchten die Krume,
Es sprießt der Halm, wenn du den Boden geküßt.
Gehst du dann von uns nach Westen unter,
Breitet sich Dunkel über die Erde, als sei sie erstorben.
Es ruhen die Schlummernden in ihren Kammern.
Nähme einer ihre Habe unter ihrem Kopfe weg,
Sie merkten es nicht. Die Welt liegt im Schweigen.
Morgens aber, wenn du wieder am Himmelsrand aufglühst,
Da fliehet vor dir die Finsternis.
Beide Länder erfreuen sich deiner Strahlen.
Alle erwachen und stehen auf,
Sie waschen den Leib, sie kleiden sich,
Betend heben sie die Arme,
Strahlender, zu dir empor,
Und die ganze Welt verrichtet ihre Arbeit.
Alles Vieh freut sich der Weide,
Felder und Kräuter ergrünen,
Die Lämmer hüpfen auf ihren Füßen,
Aus ihren Nestern flattern die Vögel hervor,
Mit ihren Flügeln lobpreisen sie dich.
Offen sind alle Wege, da du leuchtest.
Die Schiffe befahren den Strom,
Die Fische im Wasser springen vor deinem Angesicht,
Deine Strahlen dringen bis in die "Tiefe des Meeres.
Du gibst jedem deiner Geschöpfe den Atem am Tage der Geburt
Und öffnest seinen Mund und spendest, wessen es bedarf.
Dem Küchlein in der Schale gibst du Luft,
Du machst es stark, das Ei zu zerbrechen,
Es läuft auf seinen Füßchen, sobald es hervorkam.
Du einziger Gott, der nicht seinesgleichen hat!
Du hast die Erde geschaffen nach deinem Herzen,
Du einzig und allein.
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