Pressemitteilung vom 6. Februar 2012
Frankreich in der Atomstromfalle - Europa in der Erdgasfalle
Röslers Begründung zum Solarausstiegsgesetz - neue Zahlen zum Erneuerbare-Energien-Ausbau
 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

- Frankreich in der Atomstromfalle
- Europa in der Erdgasfalle
- Röslers Begründung zum Solarausstiegsgesetz
- neue Zahlen zum Erneuerbare-Energien-Ausbau

Frankreich in der Atomstromfalle

Wie man sich selbst eine Falle stellt, zeigt die französische Energiepolitik. Zunächst hat man dutzende Atomkraftwerke gebaut, dann gemerkt, dass überhaupt nicht genügend Strombedarf vorhanden ist. Dann wurden über massenweise Stromheizungen in schlecht gedämmten Häusern der Stromverbrauch im Winter nach oben getrieben.
Für heute sind 97,9 GW Spitzenlast in Frankreich prognostiziert, was fast der gesamten installierten Leistung des französischen Kraftwerksparks entspricht. Folglich importiert Frankreich aktuell an Strom, was das Zeug hält, bzw. seit heute morgen 7 Uhr je nach Stunde zwischen 6 und über 7 GW.
Die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko Morizet hat heute früh im Radio zum Stromsparen zur Abendzeit aufgerufen.

Keine Sorge machen sich aktuell die deutschen Netzbetreiber wie die Nachrichtenagentur dapd vermeldet. Netzunterstützend wirkt aktuell auch die Photovoltaik, die zur Mittagsspitze heute über neun – möglicherweise sogar zehn - GW Strom produziert haben dürfte, was der Leistung von rund neun Atomkraftwerken entspricht. Davon dürften auch unsere Freunde in Frankreich etwas abbekommen haben. In diesen kalten Tagen sind die Franzosen froh, wenn sie von ihren Nachbarn Unterstützung erhalten.

Dennoch treibt die gigantische Stromnachfrage aus Frankreich die Preise hoch. Morgen wird der Börsenstrompreis in Frankreich zwischen 18 und 19 Uhr sage und schreibe 34,3 Cent/kWh betragen. Der Strombezug Frankreichs zieht auch die Preise in den Nachbarländern mit nach oben. In Deutschland liegt der Strompreis derzeit ebenfalls deutlich über dem Normalwert aber sehr deutlich unter den aktuellen französischen Preisen.


Link zur französischen RTE mit sehr aktuellen Übersichten aus Frankreich. Leider gibt es eine solch gelungene Aufarbeitung noch nicht in Deutschland. Da hat Deutschland Nachholbedarf!
http://www.rte-france.com/fr/developpement-durable/maitriser-sa-consommation-electrique/eco2mix-consommation-production-et-contenu-co2-de-l-electricite-francaise#mixEnergetique

Link zur Homepage der EEX mit den Photovoltaik-Ist-Zahlen
http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-solar

Link zur Homepage von SMA mit den Photovoltaik-Ist-Zahlen (allerdings noch auf den veralteten Wert von rund 21 GW bezogen)
http://www.sma.de/de/news-infos/pv-leistung-in-deutschland.html

Link zur Homepage von Entsoe. Wer sich die Mühe macht und sich registrieren lässt, erhält zum Dank einen Überblick über die Stromflüsse zwischen den Staaten
http://www.entsoe.net/

Link mit dem Vergleich der Strompreise in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz.
http://www.epexspot.com/en/

Link zu den Strompreisen in Frankreich
http://www.epexspot.com/en/market-data/auction/auction-table/2012-02-05/FR
Europa in der Erdgasfalle

Seit Jahr und Tag dreht Russland den Erdgashahn zu, wenn es mal wieder kälter wird. Daran ändern auch die neuen Erdgaspipelines nichts. Schließlich kann man nicht mehr Gas durch Leitungen leiten, als verfügbar ist. Die einzige Reaktion der Bundesregierung auf die Gefährdung der Versorgungssicherheit ist Schulterzucken.

Zur Kürzung der Gaslieferungen aus Russland, hatte ich gestern, folgende Pressemitteilung verschickt.

Link zur gestrigen Pressemitteilung:
http://www.gruene-bundestag.de/cms/presse/dok/402/402604.erdgas_gazprom_kann_nicht_genug_liefern.html

Röslers Begründung zum Solarausstiegsgesetz

Für all diejenigen, die sich schwer taten, die Formulierungen des röslerschen Solarausstiegsgesetzes (Entwurfsfassung) zu verstehen, habe ich jetzt auch dessen Begründungstext auf meine Hompage gestellt. Vorsicht. Da stellen sich einem die Haare zu Berge. So bezieht sich Rösler in der Begründung auf die Kosten der alten Photovoltaikanlagen, um den weiteren Zubau auf wenige verbleibende Gigawatt zu begrenzen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich bislang geweigert, dazu Stellung zu nehmen. Eine Anfrage der Zeitschrift „Photovoltaik“ blieb unbeantwortet

Link zu Röslers Gesetzesbegründung
http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=656&Itemid=77

Link zu dem Artikel der Zeitschrift Photovoltaik
www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/rsler-plant-ein-solarausstiegsgesetz_100007101/

Neue Zahlen zum Erneuerbare-Energien-Ausbau

Folgender Link ist vor allem Herrn Rösler und dessen Beamten empfohlen:

www.bee-ev.de/3:890/Meldungen/2012/Erneuerbare-Energien-machen-Brennstoffimporte-von-11-Milliarden-Euro-ueberfluessig.html

Erneuerbare Energien sparen Deutschland bereits jetzt Brennstoffe in Höhe von 11 Milliarden ein und vermeiden externe Kosten in Höhe von weiteren 9 Milliarden Euro. Das sind die neuen Zahlen, die der Bundesverband Erneuerbare Energien heute in seiner Statistik für 2011 heraus gegeben hat. Zudem ersparen sie 127 Millionen Tonnen CO2, ein Wert von dem der Emissionshandel nur träumen kann, von dem gar nicht mal bekannt ist, wie viel CO2 er überhaupt einspart, falls überhaupt. Nichtsdestotrotz hat heute der Ökonom Werner Sinn mal wieder die Abschaffung des EEGs gefordert und sich auf den Emissionshandel berufen. Wie ein Professor auf die Ideen kommen kann, den Ersatz eines funktionierenden Instrumentes durch ein nicht-funktionierendes Instrument zu verlangen, bleibt seiner Elfenbeinlogik verborgen.
Mehr als bedauerlich sind die Ausbauwerte der Erneuerbaren-Energien im Wärmebereich und im Verkehrssektor. Die Kürzungspolitik der Bundesregierung zeigt im Wärmebereich erste „Früchte“. Der Anteil der Erneuerbaren Energien ist im Wärmebereich 2011 sogar gefallen, von 9,6 auf 9,4 Prozent. Der Anteil der Biokraftstoffe ist bereits seit Jahren rückläufig, zur Freude der Mineralölkonzerne.


Berlin, den 6. Februar 2012

Ihr Hans-Josef Fell MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Telefon: 030 - 227 72 158, Fax: 030 - 227 76 369

http://www.hans-josef-fell.de,

 
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